Dr. Gisela Matthiae   Theologin   Clownin   Publikationen   Aktuelles      Kurse   Kontakt  
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Theologin

Auf der Suche nach Gott und jeder Gottesrede gegenüber immer kritisch eingestellt – so könnte mein theologischer Eros beschrieben werden.

Die Suche führte zur frühen Mitarbeit im Kindergottesdienst, zum Studium in ganz verschiedene Kontexten – Tübingen, Rom, Hamburg und Berkeley -, zur Gemeindepraxis als Vikarin und Pfarrerin, zur kirchlichen Bildungsarbeit und zum Engagement bei den Kirchentagen. Sie führte auch über den kirchlichen Kontext hinaus zur Begegnung mit Formen feministischer und buddhistischer Spiritualität. Besonders wichtig ist mir seit einigen Jahren der interreligiöse Dialog.

Die kritische Haltung ließ kaum etwas unhinterfragt und machte die Auseinandersetzung mit der eigenen christlichen Tradition und den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen unverzichtbar. Befreiungstheologische, feministische, interdisziplinäre und interkulturelle Ansätze bestimmen meine theologische Arbeit, die ich über lange Jahre als geschäftsführende Studienleiterin am Frauenstudien- und
-bildungszentrum der EKD ausübte, und inzwischen über meine freiberufliche Tätigkeiten mit Lehraufträgen an Universitäten und als Referentin in der kirchlichen Fort- und Weiterbildung und allgemein in der Erwachsenenbildung.

Der Humor und die Clownerie spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Ihnen zugrunde liegt die Erkenntnis, dass wir letztlich alles nur fragmentarisch begreifen können und daher mit einem Augenzwinkern allem voran das eigene Tun und Lassen, Forschen und Lehren, Leiten und Lernen betrachten sollen.

Meine Dissertation ist sowohl Ausdruck der Suche als auch der Kritik. Über die Erforschung neuer
Gottesvorstellungen von Frauen und ihren befreienden Gehalt, entwickelte ich die Metapher der
„Clownin Gott“ – geschlechterübergreifend, liebevoll den Menschen zugewandt und immer anders
als erwartet.

In meiner kirchlichen Clownerie bin ich beides, Theologin und Clownin, in einer verknüpften und vergnüglichen Einheit.